Die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim wurde 1972 aus den Ortsgemeinden Appenheim, Bubenheim, Engelstadt, Nieder- und Ober-Hilbersheim, Ockenheim und Schwabenheim sowie der Stadt Gau-Algesheim gebildet. Die Stadt Gau-Algesheim wurde auch zum Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung bestimmt.
Die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim ist das Produkt einer auf Landesebene beschlossenen Zusammenlegung zur
Straffung der lokalen Verwaltung. Hierbei wurden Gemeinden zusammengelegt, zwischen denen zwar durch die geographische Nähe schon immer reger Austausch bestand, die sich jedoch traditionell an unterschiedlichen Räumen
orientierten.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Land Rheinland-Pfalz war Anfang der 60er Jahre so rasant fortgeschritten, dass
die Verwaltungsstrukturen mit der allgemeinen Entwicklung nicht mehr Schritt hielten. Im Jahr 1963 leitete der
damalige Ministerpräsident Peter Altmaier eine umfassende Verwaltungsreform ein, die zunächst auf der Ebene der
Bezirksregierungen und dann der Kreisverwaltungen durchgeführt wurde. Im nächsten Schritt wurde eine Kommission
mit der Erarbeitung von Vorschlägen zur Straffung und Verbesserung der Verwaltungsstruktur auf der untersten
Ebene beauftragt. Mit ihrem Schlussbericht am 22. Mai 1967 kam die Kommission zum Ergebnis, dass eine Verbesserung
der Effi zienz der Kommunalverwaltung nur durch die Schaffung von Großgemeinden oder von Verbandsgemeinden
erreicht werden könne. Die Bezirksregierungen und die Landratsämter wurden mit Erlass vom 12. Juni 1967 aufgefordert, Zielpläne für die Zusammenführung von Ortsgemeinden zu Verbandsgemeinden zu entwickeln. Vorgegeben wurde dabei lediglich eine Mindestgröße von 7.500 Einwohnern.
Am 06. Juli 1968 beschloss der Landtag die Änderung der damaligen Gemeindeordnung und fügte als besonderen
Teil nun die Verbandsgemeindeordnung ein, welche die freiwillige Möglichkeit, Verbandsgemeinden zu schaffen,
regelte. In der Praxis aber führte diese Regelung in Rheinhessen in keinem Fall zur Bildung einer solchen Verwaltungseinheit.
1971 wurde am 21. Oktober durch Erlass des Innenministers den Gemeinden der Gesetzesentwurf für die Bildung
von Verbandsgemeinden zugestellt und verfügt, dass bis spätestens zum 01. Dezember 1971 entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse herbeizuführen seien. Vorgesehen war in diesem Entwurf eine Verbandsgemeinde Ingelheim
Land mit Sitz in Gau-Algesheim exakt mit der Zuordnung, wie sie nun seit 40 Jahren besteht. Der Entwurf basierte
auf einem Vorschlag der Kreisverwaltung Mainz-Bingen.
Die Bildung der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim in der heutigen Form war nicht unumstritten. So sprachen sich
die Gemeinden im Selztal für einen Sitz der Verbandsgemeinde in Ingelheim aus, mit dem Vorschlag, eine Verwaltungsunion mit der Stadt Ingelheim zu bilden. Die Gemeinde Ober-Hilbersheim wollte eine Eingliederung nach Ingelheim erreichen. Die Gemeinde Ockenheim war gespalten, eine Mehrheit des Rates sprach sich zwar für Gau-Algesheim aus, es gab aber auch viele Befürworter für einen Anschluss an die Stadt Bingen. Nieder-Hilbersheim, Appenheim und die Stadt Gau-Algesheim sprachen sich mehrheitlich für einen Sitz der Verbandsgemeinde in Gau-Algesheim aus.
Schloss-Ardeck, ehemaliges Verwaltungsgebäude
Am 23. April 1972 wählte die Bevölkerung die erste Verbandsgemeindevertretung und am 25. Mai 1972 trat erstmals der neu gewählte Rat der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim zu einer Sitzung zusammen. In dieser Sitzung wurde Herr Heinrich Hessel zum 1. Verbandsgemeindebeigeordneten gewählt, der bis zur Wahl des Bürgermeisters die Amtsgeschäfte der Verbandsgemeindeverwaltung zu führen hatte. Am 04. August 1972 wurde dann Herr Heinrich Hessel als erster Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim für 10 Jahre gewählt.
Aus der verordneten Gebiets- und Verwaltungsreform war die Verbandsgemeinde Gau-Algesheim mit rund 11.500 Einwohnern entstanden.
Als Herr Hessel im Jahre 1982 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antrat, wählte der Rat Herrn Karl Heinz Pfaender zum neuen Bürgermeister und sprach ihm im Jahr 1992 nochmals für weitere 10 Jahre das Vertrauen aus. Als dieser zum 31.12.2001 aus dem Amt ausschied, trat Herr Dieter Linck, welcher erstmals direkt von der Bevölkerung gewählt wurde, die Nachfolge an. Bei der Kommunalwahl am 07.06.2009 wurde Dieter Linck für weitere 8 Jahre als Bürgermeister gewählt.
Neues Verwaltungsgebäude
Die Räume der Verbandsgemeindeverwaltung befanden sich zuerst im alten Schloss Ardeck in der Schlossgasse bis dann aus Platzgründen im Herbst 1995 ins ehemalige Altersheim "Albertusstift", welches zum Rathaus der Verbandsgemeinde umgebaut und modernisiert wurde, umgezogen werden konnte.
Näheres erfahren Sie auch aus unserer Broschüre zum 40-jährigen Bestehen der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim aus dem Jahre 2012.
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